Wie ist es mit einem berühmten Vater, der ins Bautzener Zuchthaus muss, Thomas Loest?

Shownotes

Dies ist ein Podcast der Stiftung Friedliche Revolution Leipzig - er wird von den Journalisten Björn Menzel und Pierre Gehmlich produziert.

Schreiben Sie uns gern unter presse.neuigkeit@gmail.com.

Die Stiftung betreut im Auftrag der Stadt Leipzig das Projekt rund um die Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in Leipzig. Die sächsische Staatskanzlei unterstützt die Podcaststaffel "Die Kinder der Anderen" mit dem Förderprogramm "Sehnsucht nach Freiheit". Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Mehr über das Freiheits- und Einheitsdenkmal Leipzig finden Sie hier.

Und hier gibt es mehr Informationen über die Stiftung Friedliche Revolution Leipzig

Credits: Produktion: Björn Menzel und Pierre Gehmlich; Specher:innen: Carolin Voigt, Pierre Gehmlich, Björn Menzel; Musik: Nando Lierath, Episoden-Cover: Björn Menzel; Podcast-Cover: ABL/Bernd Heinze; Original-Töne: Siegbert Schefke, Aram Radomski; Cover-Design: Steffen Bertram

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00:00:00: Ich war siebeneinhalb und dann war ich vierzehn halb.

00:00:03: Und ich war genauso groß wie heute, also eins zu seventy-eight.

00:00:07: Na ja, da kommt ein Mann, der mein Vater ist... Das sind die Erinnerungen aus der Kindheitszeit.

00:00:15: Sie sind verplast.

00:00:16: Da sind siebeneilhalb Jahre, das ist einfach zu lange in diesem Alter!

00:00:21: Es war eigentlich wie ein Fremderer.

00:00:23: Es war mein Vater aber es war eigentlich ein Femderer.

00:00:29: Ich habe den Haushalt geschmissen, ich hab mich um alles gekümmert und es war alles eingespielt.

00:00:34: Und jetzt kommt einer der dann siebeneinhalb Jahre Arzio nachholen will.

00:00:39: So eine lange Zeit prägt ja Menschen.

00:00:42: also dieses früh um fünf aufstehen und dieser geregelte Tagesablauf und das hat er dann eingeführt.

00:00:49: Also es wurde eben was weiß ich um zwölf gegessen und achtzen Uhr wird der Abendbrot gegessen oder hatten alle da zu sein.

00:00:56: Und wo ich sechzehn war, im Sommer haben wir Fußball gespielt.

00:01:00: Da musste ich um sechs zu Hause sein und Armbrut essen.

00:01:03: Das ist ein

00:01:04: Wiesersinnig.".

00:01:07: Das sagt Thomas Löst – er is der Sohn eines sehr berühmten Mannes, Erich Löst.

00:01:13: Der war mindestens im Osten Deutschlands so etwas wie ein Volksschriftsteller.

00:01:17: Es gab kaum einen Haushalt in dem kein Roman von Erich löst im Bücheringerstand.

00:01:22: Der Schriftsteller behandelte in seinen Werken die deutsche Teilung, die Wiedervereinigung und seine Heimatstadt Leipzig.

00:01:29: Aber Löst war auch einer der schon in jungen Jahren Annekte.

00:01:33: Nach dem Aufstand am siebzehnten Juni engagierte er sich gegen die DDR-Oberen und wurde verhaftet.

00:01:39: Nach vielen Jahren Zuchthaus und weiteren Repressalien reiste er in den Westen aus.

00:01:44: Thomas Löst, der älteste Sohn, kam mit und gründete für die Löstbücher einen eigenen Verlag.

00:01:50: Die Arbeit und das Leben des Vaters könnten kaum mehr mit dem Leben des Sohnes verknüpft sein, fast bis zum Schluss.

00:02:13: Wir treffen heute Thomas Löst in seiner Wohnung in der Leipziger Innenstadt.

00:02:18: Wir freuen uns sehr, dass wir bei Ihnen sein dürfen.

00:02:21: Ich freue mich auch.

00:02:22: Hallo!

00:02:23: Danke für Ihre Zeit.

00:02:25: Herr Löst, Sie tragen einen sehr bekannten Nachnamen?

00:02:28: Wie geht es Ihnen damit?

00:02:32: Ich habe keine Probleme damit, also da ich ziemlich lange schon trage.

00:02:36: Habe ich mich daran gewöhnt und ja... Also die Zeiten, da werden wir noch drauf kommen war natürlich unterschiedlich.

00:02:43: in der Zeit wo mein Vater im Zuchthaus war, wo er in der Schule war, war dann auch nicht ganz so gut danach aber besser.

00:02:50: Insgesamt ist schon ganze Ordnung.

00:02:52: Wir haben es gerade schon ein bisschen gehört.

00:02:53: Sie haben über Ihren Vater gesprochen.

00:02:56: sie sind einen Sohn von Erich löst Aber bevor wir zu Ihrem Vater selber kommen, wollen wir gerne von Ihnen wissen.

00:03:01: Wer sind Sie?

00:03:02: Wo leben Sie?

00:03:03: Was machen sie heute?

00:03:04: Ja

00:03:06: gut also ich bin jetzt ist es neunundundundneufiziell Rentner.

00:03:10: Wir haben ja neun und achtzig den Lindenverlach gegründet um die Bücher meines Vaters herauszubringen.

00:03:18: Den Linden Verlach gibt's immer noch.

00:03:21: Wir hatten natürlich keine neuen Bücher mehr klar als dreizehn Jahre tot Aber es gibt relativ viele Dezentsausgaben.

00:03:29: Wir arbeiten eng mit dem Mitteldeutschen Verlag zusammen in Halle, der also die Bühne meines Vaters im Taschenbuch bringt.

00:03:36: Wir haben selber noch Bestände.

00:03:37: Da wird verkauft Es gibt Anfragen.

00:03:40: Es gibt ausländische Anfragungen als Übersetzung zum Beispiel.

00:03:46: Es geht sein Gang ist gerade in Französisch erschienen.

00:03:49: Also ist ein bisschen Arbeit noch.

00:03:51: Ist keine Fulltime Job mehr aber Das.

00:03:55: Und dann haben wir ... Wir hatten ja noch ... Ist ein bisschen

00:03:58: kompletter Ruhestand, Sie haben noch zu

00:04:00: tun?

00:04:00: Nein, nein überhaupt nicht!

00:04:02: Wir haben zusätzlich zum Verlag, das ist alles zu spiel, also wir waren ja von dem Jahr zweiundachtzig bis neunzig, wussten wir mit meinem Vater die DDR verlassen.

00:04:13: wir wurden ja aus Gebirge sind da neunzig zurück gekommen und haben hier in Leipzig eine Buchhandlung gegründet.

00:04:22: Meine Frau hat die Buchhandlung, ich habe den Verlag gemacht.

00:04:26: Die Buchhandelung hatten wir bis im Jahr zwei Tausend Fünf und wir haben dann später in dem Jahr Zwei Tausends Sieben eine Stiftung gegründet – der Elke & Thomas Löwstiftung, die also Kunstförderungen macht für das in Jahresausstellung in Leipzig früher auch MDR-Kultur, Lesecafé, also verschiedene Dinge im kulturellen Bereich.

00:04:49: Also diese Stiftungen ist relativ aktiv.

00:04:53: Also es gibt genug zu tun, ohne dass das belastend ist.

00:04:57: Aber Sie haben sehr viel mit dem Nachlass Ihres Vaters zu tun?

00:05:00: Versteht ihr das richtig?

00:05:02: Ja also wir haben sämtliche Rechte an seinen Büchern und seinem Werk.

00:05:09: Und wie gesagt da kommen natürlich immer mal Dinge.

00:05:12: Wie gesagt jetzt die französische Übersetze Es kommt eine englische Üversetzung noch von Skeetsengang Da muss man den Verlag suchen in England.

00:05:22: Es sind immer mal Anfragen und es sind immer einmal Dinge, die Lizenzen für eine Anthologie, eine Kurzgeschichte.

00:05:30: Also in diesem Bereich ist eine ganze Menge.

00:05:33: Ihr Vater war Schriftsteller ein sehr berühmter Schriftsteller?

00:05:36: Wollten Sie nicht Schriftsterler werden?

00:05:40: Nein!

00:05:41: Und zwar aus dem Grund... also erst mal habe ich nicht die Fantasie, die da zu notwendig ist.

00:05:48: Ich bin immer der Meinung, ich glaube bei uns ist eine Familie Generationssprünge.

00:05:55: Also mein Großvater, sein Vater war Kaufmann und ich habe eher die kaufmännische Arter geerbt oder nicht die Künstlerische.

00:06:05: Und dann kam dazu wenn man so einen Vater hat das müsste man ja das was man schreibt ihm vorlegen.

00:06:14: Da ist so ne Schwelle immer da gewesen.

00:06:17: Ich müsste es ihm mehr zeigen, er müsste es gut achten und ich kann ja nie so gut sein wie er.

00:06:23: Also habe ich's nie intensiv versucht.

00:06:26: Spannende Einschätzung also wie man in

00:06:28: den Familienverhältnissen?

00:06:30: Es war auch dann zum Beispiel... Ich hätte gerne als habe mich für Literatur interessiert und natürlich Riesenbibliothek gehabt viele Schriftsteller kennengelernt und Journalisten.

00:06:44: Ich war immer mittendrin, hab das alles begehrig aufgesaugt.

00:06:49: Es waren aber zu DDR-Zeiten ... Man hätte in die Partei gehen müssen.

00:06:54: Also, Gamonistikstudium oder Journalistik ohne Partei war einfach unmöglich.

00:07:02: Das wollte ich auf keinen Fall.

00:07:04: Und deshalb habe ich bewusst gesagt... behalte mir das als Hobby.

00:07:09: Ich will nicht, dass mein Hobby jetzt als Beruf machen, sondern ich habe eben was Naturwissenschaftliches studiert für Physik Chemie und hab' mir meine Literatur als Hobby

00:07:22: aufgehoben.".

00:07:23: Als Verlagshobby?

00:07:24: Ja!

00:07:25: Das war ja damals nicht abzusehen.

00:07:27: Es war erst dann zur Wende oder kurz vor der Wende im Westen, wo wir das mit dem Verlag gegründet haben.

00:07:32: Das ist eine Art Geschichte.

00:07:35: Kann ich jetzt gleich erzählen... Es war einfach so, ehrlich war in den Achtzigerjahren bei verschiedenen Verlagen.

00:07:43: Er hat bei Hoffmann und Kampen angefangen, er war dann bei KNAUS immer ein bisschen unzufrieden mit den Verlagen... Bei Hoffmann & Kampel war es Siegfried Lenz, das war die Nummer eins.

00:07:55: Er kam dann irgendwann.

00:07:58: Es wurde natürlich alles verlenzt gemacht und nicht zu viel verlöst.

00:08:01: Also er war immer unzufriert und irgendwann kam der Idee, warum kann man das sich selber machen?

00:08:09: Naja, das hat in Deutschland eigentlich noch nie so richtig geklappt.

00:08:13: So einen Personenverlag und Eigenverlag.

00:08:18: aber wir haben da den Lindenverlag gegründet.

00:08:22: Der Name... Wir waren hier am besten und es war ja nicht abzusehen dass die DDR dann plötzlich so schnell zusammenbricht und wir zurück können Die Linde ist der Baum Leipzig.

00:08:34: Lieb hier die Linde Und deshalb Linden-Verlag, außerdem... Also wir haben dann Zigné, Völkerschlacht, denke mal.

00:08:42: Alles Repeliscence an unserer Heimatstadt und der Verlag war aber eben ausschließlich für mein Vater und das war auch nie geplant einen anderen Outdoor dazu zu nehmen.

00:08:53: Und hat das funktioniert?

00:08:54: Weil Sie jetzt schon gesagt haben Verlag für ein

00:08:56: Auto.

00:08:57: Ja es hat über lange Jahre am Anfang wunderbar funktioniert Und wir hatten dann natürlich auch Glück.

00:09:03: Durch die Wände haben wir gleich im Januar, also noch zu DDR-Zeiten in den Verlach Leipzig gegründet und haben hier für DDR Geld fünf Bücher gedruckt bis zur Werbungsunion.

00:09:17: Die Rassen sind gut weggegangen durch eine Rissdreisesteißig Stück gebunden und solche Dinge.

00:09:23: Also es lief einfach gut!

00:09:25: Ich meine mich zu erinnern – die Leipziger haben sie geliebt?

00:09:27: Also die Bücher gelieben vom Lindenverlag von Erich Löst Und ich meine mich zu erinnern, dass waren auf der Buchmesse auch die Bücher, die immer geklaut wurden und das letzte Buch von Erich löst wurde festgetackert damit man es nicht mehr mitnehmen konnte.

00:09:39: Richtig?

00:09:40: Es wurde geklauts.

00:09:41: also eine schöne Geschichte war.

00:09:43: Ich habe ja die Büchern hier bei Offizien in Leipzig gleich um der Ecke in der Talstraße Stefan Straße drüben drucken lassen.

00:09:55: Das war ja möglich Anfang neunzig.

00:09:57: Es gab da die ersten Möglichkeiten, Papierkundigente wurden frei und es war ganz verrückt.

00:10:08: also erst Druckkapazitäten.

00:10:09: Papier waren noch nicht, das war ja der Fünfjahrplanen noch.

00:10:12: Es war ja Anfang Neunzig alles noch intakt alles.

00:10:16: Und es gab aber schon die ersten Stornierung von Verlagen, die ihre Riesenauflachen dann stornierten.

00:10:23: Also die sagten plötzlich wir haben Papier.

00:10:26: Also ich glaube es war sogar eine Rilke auf Lager.

00:10:30: Wunderschöne, siebzig Gramm Papier, Säure-Feier.

00:10:35: Und da sagten die ja wie viel ... Ich sage, wieviel könnt ihr denn drucken?

00:10:39: Also das Papier reicht für dreientreißigtausend Stück.

00:10:42: Dann hab' ich gesagt Prima mach' ich.

00:10:46: Ja.

00:10:46: Los!

00:10:47: Erzählen Sie weiter.

00:10:49: Ja, wenn der Fünfzigtausende gesagt hätte, hätte ich wahrscheinlich auch hier auch gesorgt und dann wäre man wahrscheinlich pleite gewesen.

00:10:58: Die Rechnung musste zu den Erzeiten nach vier Wochen, nee, nach vierzten Tagen schon bezahlt werden.

00:11:03: Also das war ungefähr dann ein zweieinhalbfünfzigtausend Ostenmark oder sowas.

00:11:08: Es war schon alles mit heißer Nadel gestrickt und auch eine

00:11:12: verrückte Zeit.

00:11:13: Ja

00:11:14: ja klar!

00:11:15: Aber wir wollten eben unbedingt mit natürlich einem Riss, weil es wirklich ein wichtiges Buch ist für die Aufarbeitung seiner Entwicklung seine Zeit in Bautzen.

00:11:25: Das sollte das erste Buch sein und das haben wir dann irgendwie gesagt gemacht, war dann so die Geschichte, die ich noch sagen wollte mit geklaut.

00:11:33: Die sagten mir dann ja alles sind aber siebenhundert achtenfünfzig Stück Minderung weil bisschen geklauert wurden also in der Belegschaft bei Offizien, ja die Drucker Aber es ist das meist geklaute Buch überhaupt in unserer gesamten Geschichte.

00:11:54: Das ist eine Anerkennung?

00:11:55: Genau,

00:11:57: ich muss sie ja auch nicht bezahlen, das wurde einfach abgezogen aber das war stolz.

00:12:01: dann das meistgegtaute

00:12:03: Buch.

00:12:04: Ihr Vater ist im Jahr hier in Leipzig gestorben, da lebte er in Leipsich genau wie Sie heute.

00:12:10: Lassen Sie uns gerne ganz von vorne beginnen.

00:12:13: Welche erste Erinnerungen haben Sie an Ihren Vater?

00:12:17: In den fünftiger Jahren ist es immer schwer mit der Erinnerung, ich sage mal mit dreieinhalb vier so die Zeit.

00:12:25: Ich bin ein gutes Geburt auch und es war eine behütete Kindheit wo einfach er hat sich viel um mich gekümmert Spaziergänge und also eine richtige gute Kindheit.

00:12:44: wir sind dann in die Oststraße fünf, wo er dann lange gelebt hat oder wie lange gelebte haben umgezogen und also die Zeit bis siebenundfünfzig bis er verhaftet wurde war eine ideale Kindheit.

00:13:00: Haben

00:13:00: Sie da schon mitbekommen dass der Schriftsteller ist?

00:13:02: Was er is'?

00:13:04: Das kann ich nicht.

00:13:05: Also wenn ich das jetzt machen würde, ist es Spekulation.

00:13:07: Ich glaube nicht dass mir das... Ja natürlich, dass er geschrieben hat aber was eigentlich ein Schriftsteller ist?

00:13:15: also Es war natürlich in der Familie so Meine Mutter seit ruhig Kinder Papi schreibt.

00:13:24: Er hatte zu Hause gearbeitet, sein Arbeitszimmer gehabt.

00:13:27: Dass er geschrieben und der Schriftstellere war schon alleine, dass wir ruhig sein mussten Von der Seite her natürlich ja.

00:13:35: Jetzt haben Sie ein Jahr schon gesagt, da ist hier Vater verhaftet worden.

00:13:39: Wegen angeblich, ich zitiere es einmal, kommt der revolutionäre Gruppenbildung?

00:13:43: Dann ist er in den Jahren zu mehr als sieben Jahren Zuchthaus verurteilt wurden.

00:13:48: Hat die in Halle abgesetzt im Roten Ochsen wie man heute sagt nicht, aber in einem anderen Gefängnis?

00:13:54: Halle war Untersuchungsaft.

00:13:55: Ja also das erste Jahr in Leipzig.

00:13:57: ein paar Wochen ist dann nach Halle weil andere Mitglieder der angeblichen Gruppe aus Halle stammten, haben die dann prozesslich in Leipzig gemacht.

00:14:06: Sondern in Halle und war im roten Ochsen unruhungshaft gewesen.

00:14:11: Nach der Verurteilung am XXIII Dezember fünftig ist er dann Anfang neunundfünfzig nach Palsten zwei.

00:14:19: Sie waren damals ein Kind acht oder neun Jahre

00:14:22: alt?

00:14:22: Ja klar, ich war sie immer halb uhr verhaftet wurde.

00:14:25: Wie haben Sie das miterlebt damals?

00:14:29: Es war also November fifty-seven und meine beiden, also bei uns einfach alles stammt als mit weiter.

00:14:36: Meine Mutter saß mit weiter, mein Vater saß es mit weiter und damit auch die Verwandtschaft.

00:14:41: Und beide Großväter hatten ihren sechzigsten Geburtstag, also einer am vierzehnten und der andere am siebzehn November und deshalb waren wir als gesamte Familie in Mitweiter und er ist also dort in Mitwetter verhaftet worden und meine Mutter mit verhaftet wurden.

00:15:08: Meine Schwester ist drei Jahre jünger, mein Bruder war ja erst ein halbes Jahr bei der Verhaftung.

00:15:16: Robert hat im Prinzip gar nichts mit seinem Vater vorher gehabt.

00:15:20: Da war also viel schlimmer dran als ich.

00:15:24: Meine Mutter ist dann am dritten April zu meinem achten Geburtstag, als er Untersuchungshaft wieder entlassen wurde ohne Begründung, Antworten und Lassen.

00:15:33: So als sie gemerkt haben, dass sie überhaupt kein Material haben die war überhaupt nicht beteiligt also dass sie den wahrscheinlich ihren Stab so ein Bier gebracht hat oder mit dabei gesessen hat bei den Gesprächen.

00:15:45: Und deshalb waren wir das halbe Jahr dann beim Großeltern mit weiter.

00:15:50: ich bin also auch dort das halbjährige Schule gekommen ja und meine Tante also die Schwester meiner Mutter gewohnt haben.

00:15:58: Die haben dann erzählt, meine Eltern sind beide in der Mongolai.

00:16:04: Und können also überhaupt nicht schreiben und es dauert so lange ... Du weißt ja auf dem Atlas, das ist ganz weit weg.

00:16:11: Das dauert auch eine Weile.

00:16:12: Das

00:16:12: wurde Ihnen erzählt als Kind?

00:16:13: Ja!

00:16:14: Also meine Oma und meine Tante, wo wir in der Zeit gelebt haben, die Eltern meiner Mutter oder die Schwestern meiner Mutter, die haben gesagt, weil ich mir das gefragt habe Ja, das habe ich natürlich mit sieben Jahren klappt und das ja dann.

00:16:33: Und die bringen euch bestimmt auch was Schönes mit.

00:16:37: und so haben die uns erst mal ruhig gestellt.

00:16:41: Wahrscheinlich macht man es aus Großeltern um die Enkel zu schützen?

00:16:46: In dem Alter begreifen wir das ja nicht.

00:16:50: Es war dann schon ... Meine Mutter kam wieder.

00:16:54: Da habe ich Witten gesagt, du hast mich belogen und so.

00:16:58: Und hab mir dann vorsichtig erzählt was man eben in acht Jahren schon erzählen kann.

00:17:05: Aber

00:17:05: was hat Ihre Mutter der erzählt im Achtjährigen?

00:17:08: Ja das ist auch

00:17:09: unschuldig verhaftet aber man kann doch ein Kind auch... Was ist politisch?

00:17:14: also dass er kein Verbrecher ist hat sie mir erklärt hat auch immer gesagt, dass es ein Missverständnis und das dauert nicht so lange.

00:17:24: Das mit den Siebeneinhalb Jahren, das hat sie mir bestimmt nicht erzählt zu dem Zeitpunkt.

00:17:29: Das habe ich wahrscheinlich erst später mitgekriegt.

00:17:32: Ihr Vater saß ja ... Sie haben's schon gerade gesagt in Bautzen dann ein?

00:17:35: Die längste Zeit der Haftzeit?

00:17:37: Ja, die Haftzeitsantrauber-Untersuchungsaft.

00:17:39: Genau!

00:17:39: Und an die sechs Jahre in Baudsen.

00:17:42: Wie hat diese Haft ihres Vaters, wie hat ihr Familienleben geprägt?

00:17:48: Ja, also ich war der älteste.

00:17:53: Und meine Mutter musste auch arbeiten gehen.

00:18:00: Klar es war ein bisschen Geld da.

00:18:02: er hatte zwar siebenhalb Jahre Suchthaus und Vermögensentzug den haben's aber gar nicht vollstreckt.

00:18:07: das waren also paar tausend Mark.

00:18:10: Er konnte gewesen die erst mal eine Zeit gereicht haben.

00:18:13: Ein Jahr später ungefähr ist dann meine Mutter auch arbeiten gegangen Irgendwie Hilfsarbeit für, weiß ich nicht, einem Tag vierundvierzig pro Stunde oder irgend sowas.

00:18:23: Also das hätte nie gereicht.

00:18:25: Gut!

00:18:26: Das heißt also, ich musste viel mich um meine Geschwister kümmern und wurde eigentlich ja viel schneller erwachsen als ein normales Kind.

00:18:37: Ich war der Mann im Haus und musste eben Dinge erledigen.

00:18:42: Also zum Beispiel, wir waren natürlich viel im Sommer weiterhin immer mit weiterer.

00:18:46: Mit weiterer, mit weiter hat die gesamten Sommerferien und das war auch eine Entlastung für meine Mutter.

00:18:51: aber es lief dann so.

00:18:52: Ich weiß nicht, da war ich eben zehn oder elf.

00:18:56: Meine Schwester Sieben, mein Bruder Vier.

00:19:00: Da wurden wir, weil es keine naturstgängliche Zugverbindung noch mit weiter gab in den Suchgesetz.

00:19:05: In Döbeln mussten wir umsteigen in den such nach Chemnitz Ja.

00:19:13: Wenn man heute überlegt, eine Gruppe mit Kindern einer ist elf, sieben und drei oder sowas, die werden doch so von der Bahnputteseite irgendwie kommen.

00:19:23: Also das war einfach normal diese Verantwortung zu übernehmen.

00:19:27: Und ja ich bin damit auch schneller ins Erwachsenealter

00:19:32: reingerutscht.".

00:19:33: In der Zeit als ihr Vater in Bautzen saß, hatten Sie da Kontakt?

00:19:38: Konnten Sie Kontakt zum Haben?

00:19:42: Wir konnten als Kinder ihn nicht besuchen, weil es einfach schlichtweg so war in der DDR.

00:19:47: Dass man erst mit sechzehn überhaupt ein Suchter aus Reihen durfte als Besucher.

00:19:52: Also war das schon mal weg.

00:19:55: Wir konnten ihn gar nicht besuchten aus dem Grund und im Monat durfte er einen Brief schreiben – mit dreißig Zeilen glaube ich!

00:20:11: an meine Mutter, wenn er meinen Vater mal schreiben wollte, durfte nicht an meiner Mutter.

00:20:16: Und dann hat er eben einmal zu meinem Geburtstag einen Brief an mich.

00:20:21: Da ist übrigens jetzt ein sehr schöner Band mit Briefwechsel zum hundertsten Geburtstag und das fängt auch an mit den Haftbriefen.

00:20:29: also es ist für mich sehr interessant.

00:20:31: Also sind da auch zwei Briefe an mich dabei.

00:20:34: Das war der einzige Kontakt.

00:20:36: Dreizig Zellen?

00:20:37: Einmal im Monat und sie konnten ihren Vater in der Zeit nicht sehen.

00:20:42: Als Kind, Jugendlicher.

00:20:47: Ihr Vater wurde dann aus der Haft entlassen und wir haben gelesen Sie haben einmal gesagt er hätte sich während dieser Zeit stark verändert?

00:20:57: Naja gut das ist nur so eine Sache.

00:21:00: ich war sieben halb und dann war ich vierzehn halb Und ich war genauso groß wie heute also eins zu seventy-eight ein bisschen schlanker.

00:21:12: aber Na ja, dann kommt ein Mann, der mein Vater ist.

00:21:17: Das sind die Erinnerungen aus der Kindheitszeit.

00:21:21: Sie sind verplastet nach sieben und halb Jahren.

00:21:23: Es ist einfach zu lang in diesem Alter.

00:21:26: Und es war eigentlich wie ein Fremder.

00:21:29: Es war mein Vater aber es war ... Eigentlich ein Femder.

00:21:34: Wie war das Verhältnis dann zu ihrem Vater?

00:21:38: Ja, es war schwierig, sehr schwierig mit vierzeneinhalb ... Ich habe den Haushalt geschmissen, ich hab mich um alles gekümmert und es war alles eingespielt.

00:21:47: Und jetzt kommt einer der dann siebeneinhalb Jahre Arzt hier nachholen

00:21:52: will.".

00:21:53: Wie sieht das aus?

00:21:55: Ja erst mal mit veränderts.

00:21:59: So eine lange Zeit prägt ja Menschen.

00:22:01: also dieses früh um fünf aufstehen und dieser geregelte Tagesablauf Und das hat ja dann eingeführt.

00:22:09: Also es wurde eben, was weiß ich um zwölf gegessen und achtzehn Uhr war der Armbrut gegessen oder hatten alle da zu sein.

00:22:16: Und wo ich sechzehn war im Sommer haben wir Fußball gespielt und da musste ich um sechs zu Hause sein und Armbrot essen.

00:22:23: Wieso so nicht?

00:22:25: Ja also diese dieser Rhythmus alleine dieser Tagesabladung.

00:22:30: Der Haftalltag ging zuhause weiter.

00:22:31: dann

00:22:32: Ja, für ihn ja auch selbst.

00:22:35: Er ist früh aufgestanden und früh um fünf oder was saß er an der Schreibmaschine?

00:22:39: Also das, was ihn dort geprägt hat, dieser Ablauf, den kann man da nicht einfach ablegen.

00:22:45: Das hat er eigentlich fast bis zum Ende so weitergemacht.

00:22:49: Konnt ihr denn ... Wenn Sie sagen, früh um fünft hatte angefangen mit Schreiben, mit Arbeiten, hat er dann nachgeholt, was er nachhaft nicht machen konnte?

00:22:56: Könnte er in der Haft eigentlich schreiben außer den Briefen?

00:22:58: dreißig Zeilen einmal ein Monat?

00:23:00: Ja, er durfte nicht schreiben.

00:23:02: Wieder so eine Sache!

00:23:04: Aber das ist eben alles diese DDR-Geschichte... Er hatte keinen Schreibverbot.

00:23:10: Offiziell nur.

00:23:11: Er hatte kein Papier und kein Stift.

00:23:14: Kriegt da auch keiner?

00:23:15: Faktisches Schreibverbot?

00:23:17: Genau.

00:23:19: Und aus dem Grund also... Das war natürlich für den Schriftsteller schlimmer als einsthaft seine Arbeit und seine Dinge nicht machen zu dürfen.

00:23:31: Und er hat ein unwahrscheinliches Gedächtnis, also das war immer faszinierend für mich.

00:23:36: Das habe ich nicht und das habe ich auch nie als habe ich wirklich bewundert.

00:23:39: Er hatte dann wirklich ganze Romantile, Erzählungen alles im Kopf gehabt wo er rauskam und es waren natürlich so einen Schreibstau dass er pausenlos geschrieben hat.

00:23:51: Es waren zwei Sachen die liegen geblieben worden einmal Raman über die SS.

00:23:59: Der ist dann später, der Abhang noch erschienen.

00:24:03: Den hat er fertig geschrieben und dann eine sehr schöne Geschichte, aber das führt jetzt soweit.

00:24:08: Das heißt die Mäuse des Doktor Lei bzw.

00:24:12: ich war Doktor Leih.

00:24:13: Es ist eine Satire übers Drittereich.

00:24:16: Das war geplant, sollte eigentlich fünftig erscheinen.

00:24:21: War also zu zweitritt und fertig damals.

00:24:24: So eine Persiflage auf diese Ritterkreuz-Bemahn-Literatur im Westen, die ja da in den Fünfzigern Jahren unheimlich hochgekocht wurde und so eine Parodie auf diesen Geschichten.

00:24:38: Es ist der einzige satirische Roman übers Rittereich.

00:24:44: Das ist sehr gut!

00:24:46: Ich liebe ihn sehr gut.

00:24:47: Der ist dann aus der Sechsen sechstens erschienen.

00:24:49: also die beiden hat er fertig geschrieben, dann hat er Erzählungen geschrieben Unheimlich viel, viel geschrieben.

00:24:58: Bei dem was ihr erzählen kommt raus.

00:25:00: er hat sehr viel von dem was in ihm war nach außen gegeben und diese Bücher fließen lassen.

00:25:05: es waren auch Erinnerungen von ihm mit dabei.

00:25:07: er war auch im Nationalsozialismus war ja auch in der NSDAP genau.

00:25:13: wie hatte denn mit ihnen darüber geredet über die Zeiten die ihn beschäftigt haben zum Beispiel über die Haft?

00:25:18: hat er mit Ihnen darüber auch

00:25:19: gereden?

00:25:20: Ja ja ja!

00:25:21: Und das ist ja auch das relativ selten ist.

00:25:24: Viele Väter haben ihn ja nicht berichtet und er hat pausenlos erzählt, das ist ja auch dann bei der Tourist ein Riss was er in der DDR nicht erscheinen konnte, was Eighty-Sich dann wo er im Westen war als Erstes erschienen, wo er eben über seine... es war ja diese NSHP Geschichte, er war ja überzeugter Hitlerjugendführer, er viel, viel schlimmer als NSDF.

00:25:53: Wie

00:25:53: ist unser Kotz mit Werwolf?

00:25:55: Also

00:25:55: das war so das letzte Aufgebot, er ist ja Jahrgang sechszwanzig und ist eingezogen worden, war erst normal in Zeitheim gewesen bei Riesa und ist dann geworben worden für Werwolf.

00:26:12: Das ist eine Partizaneinheit eigentlich.

00:26:14: also die sollten von den Truppen Amerikaner oder von den Servietts überrollt werden und im Hintergrund als Partisan kämpfen, also gegen diese Gruppen.

00:26:27: Und das war in der Endphase gewesen – im letzten halben Jahr.

00:26:33: Er war dann Wärwölf ist aber noch ... Er hat immer gesagt, wer Wölfchen?

00:26:38: Er ist dann auch, weiß ich, acht Tagen schon von Amerikanern verhaftet worden.

00:26:43: Ist gar nicht groß zum Einsatz gekommen aber immerhin war er Wer-Wölf gewesen.

00:26:48: Okay über diese Zeit hatte mit ihm gesprochen.

00:26:50: Hat der auch über die politische Haft mit ihm gesprochen?

00:26:52: Ja über alles also über die Haft noch mehr.

00:26:56: Die hat mich noch mehr interessiert als dieser älteren Geschichten.

00:27:02: Es war ja Oststraße, wir hatten eine große Wohnung.

00:27:04: Viele Leute kamen Schriftsteller und Journalisten aus dem Westen.

00:27:09: Er hat pausendos von Bauzeln erzählt und ich habe dann da gesessen und war fasziniert über diese Geschichten die später auch wie gesagt im Riss eingeflossen sind in anderen Büchern.

00:27:22: Er hatte viele Leute dort kennengelernt und die Schicksale in Bauzel von Straßeoffizieren über Menschenhändler... ganz breites Spektrum und von denen erzählt.

00:27:34: Und das war für mich unheimlich beeindruckend.

00:27:38: Bauzen war für ihn auch Milieu-Studie, also er hat da Leute getroffen über die er dann später geschrieben hat?

00:27:44: Ganz verschiedene Leute!

00:27:45: Natürlich!

00:27:47: Weil es die Frage kam natürlich immer wieder mal in seinem Leben, hat er gesagt naja klar... Das ist ein Stoff den ich sonst Ich hätte schreiben können, ich hätte sonst andere Sachen geschrieben.

00:28:03: Du kann man aber nicht sagen was das wirklich wert?

00:28:06: Ja also natürlich oder.

00:28:09: es gibt zum Beispiel, ich weiß nicht ob Sie den kennen.

00:28:12: Können Sie mal irgendwann besuchen.

00:28:14: Es gibt also einen wunderschönen Karl-Mail Roman von ihm der heißt Zwalle und mein Wacker Moustang Der übrigens noch ein Jahr vor der Ausreise hier in der DDR Schiene ist.

00:28:25: Bücher über Karl-Mai durfte man verlegen in DDR.

00:28:27: Nee, nee, das war ... Die Karmailwelle ging erst also in die eighty-fache los, wo dann auch nachgedruckt wurde und er war so mit dem Karmal mit seinem Karmairummer eigentlich der Erste überhaupt, dass von Karmall überhaupt was in den DDR veröffentlicht wurde.

00:28:43: Der andere war alles schwerer.

00:28:45: Deswegen war wieder damit zu sagen, Karmay ist ins Jahr zwölf gestorben und die Urheberrechte gelten.

00:28:51: siebzig Jahre und zweiundachtzig waren die Karmayerechte frei Und deshalb hat er dann die DDR Kamei gedruckt.

00:28:58: Aber in dem Kameiroman, der fängt an, wo Kameai im Zuchthaus sitzt und diese Szene wie Kameie im Gefängnis recht kommt und dort anfängt mit Schreiben hätte er niemals schreiben können wenn er es nicht selber erlebt hätte.

00:29:16: Also das sind manchmal Dinge.

00:29:18: also diese Kameigeschichte ohne... Seine Bauten wären nicht möglich gewesen.

00:29:23: Kann man sagen, dass er mit der DDR zu der Zeit schon in Klammern gebrochen hatte?

00:29:27: Also er setzt sich ja schon... Zu

00:29:28: welcher Zeit?

00:29:30: Nachdem er aus der Haft kam während er in der Hafte war ist eine Frage, weil er setzt dich ja schon dann sehr kritisch in seinen Werken mit der DDR, mit den DDR-Oberinnen und den Verhältnissen auseinander.

00:29:41: Es geht seinen Gang.

00:29:42: Das ist erst ab septem, vierundsechzig entlassen das sind momentan vierzehn Jahre.

00:29:46: Ja deswegen die Fragen Wann ist da dieser Beruf

00:29:50: passiert?

00:29:52: Zumindest war auch kein Kommunist mehr.

00:29:54: Da haben sie ihn gebrochen, das ist klar.

00:29:57: Das ist auf jeden Fall.

00:29:58: aber er hätte sich oder hat sich bestimmt als Sozialist bezeichnet.

00:30:04: Es ist ja auch viel gefragt worden, wir sind nicht noch in Westen gegangen.

00:30:12: Auch so eine verrückte Geschichte.

00:30:13: die haben ihn bei der Haftentlassung gefragt Herr Löst, wohin wollen Sie entlassen werden?

00:30:20: Er hat natürlich gesagt Leipzig.

00:30:24: Aber wenn er gesagt hätte Hamburg, wäre das wahrscheinlich auch möglich gewesen.

00:30:28: Aber es haben sie ihm nicht gesagt.

00:30:30: Zu Hause saß eine Frau in Leipzig und drei Kinder.

00:30:34: Warum soll er da Hamburg sagen?

00:30:38: Dann war schon der Zug abgefahren mit den Kindern ausreißen oder so was wäre gar nicht möglich

00:30:44: gewesen.".

00:30:44: Haben Sie festgestellt ... Als Jugendlicher dann, ob es diesen Bruch wann es den gab zum DDR-System?

00:30:51: Ich weiß nicht.

00:30:52: Wie gesagt er war in dem Sinne als Kommunist gebrochen.

00:30:59: Dass aber damit die sozialistischen Ideen raus wären, das darf ich nicht.

00:31:04: Er hat sich auch später immer noch so als rechter Sozialdemokrat gefühlt oder so als später sogar mal grüner.

00:31:11: Aber das war dann in zwei Tausender Jahren ... Ja, musste ja irgendeine DDR weitermachen.

00:31:19: Und es kam dann auch so eine Sache ... die wollten ja nun nicht das plötzlich wieder Haufen löst in den Büchern und in den Läden sind.

00:31:28: Die Leute ja gefragt haben, was war denn vorher?

00:31:29: Warum sind sie im Siebenjahr keine Bücher erschienen?

00:31:33: Das ist alles Gute an den Stasiakten, dass man das alles nachlesen kann wie das alles gelaufen ist.

00:31:40: Die hatten sich also bei der Straße darüber Gedanken gemacht Und ein Lektor für Mitteldeutschen Verlag, Gerd Noglig beauftragt mit Löst zu reden.

00:31:50: Herr Löst, warum schreiben Sie keine Kriminalromane?

00:31:55: Was?

00:31:55: Kriminalromanen um Gottes Willen und so... Na ja!

00:31:59: Sie können doch Flüsse schreiben und Dialoge und die Handlungen.

00:32:02: und ja, sie werden wieder schnell Geld verdienen und das Bären.

00:32:07: Also haben Sie ihm sehr schmackhaft gemacht.

00:32:10: Er hat gesagt gut also aber dann nur unter pseudonym Hans Waldorf hat er sich dann genannt und hat dann erfolgreich sieben Krimis geschrieben.

00:32:20: Der bekannteste ist der Murtershaus im Wembley-Stadion, ist sogar verfilmt worden von DDR-Fernsehen.

00:32:30: Also seit die Bedingungen war das Spiel nicht in der DDR sondern alle im Ausland also England bis nach Afrika runter, Waffenschmuckel usw.. Ja und hat dann also mit diesen Krimis wieder Geld verdient, sich wieder eine Grundlage geschaffen.

00:32:54: Und das aber eben als Ausweich-Möglichkeit, also neben diesen Büchern und Erzählungen die ich genannt habe, gab es im Ohr noch die Krimi's.

00:33:01: Also er war unheimlich

00:33:02: produktiv.

00:33:03: Aber er hat sich ja dann in Werken kritisch mit der DDR auseinandergesetzt?

00:33:08: Ja, aber ich sage, der erste Gegenwärtsromain der Elfte Mann.

00:33:20: Das ist also ein Fußball Roman, wird immer so als Fußball Roman gesehen aber ist eigentlich das erste kritische Roman über die DDR, der in einer DDR spielt.

00:33:31: Er ist sein erster Gegenwartz-Roman nach Bautzen und dort hat er eine Konstellation der Elftemann, also links außen schussstarkes linkes Bein gleichzeitig hervorragender Physikstudent.

00:33:48: Und da hat er also dann ein Jahr bei Lok Leipzig hospitiert und hatte alles, als ich aus dem Asylphus für Fußball interessierte, dass es keine Hörter oder keine Arbeit für ihn und gleichzeitig auch im Physikalischen Institut hospitieren.

00:34:04: Also diese Konstellation in der Nationalmannschaft, viele linke Beine gibt's ja nicht Und er entscheidet sich also am Ende für das Studium und nicht für den Sport.

00:34:17: Das war natürlich, das muss man wieder im Hintergrund sehen, unter sechziger Jahre war ja der Sport für die DDR für die Außenanerkennung ganz wichtig.

00:34:27: Nur entscheidet es sich einer, der richtig gut ist und die DDR repräsentieren könnte im Ausland fürs Studium.

00:34:37: Deshalb wurde das Buch nicht beworben und gab keine Rezensionen drüber.

00:34:42: Aber das war das erste vorsichtige Kritik, die ausgeschöpft hat.

00:34:52: Es kam dann drei in siebzig Schattenboxen.

00:34:54: Das waren ein bisschen kritischer noch... aber man muss einfach sehen was war möglich in der Zeit.

00:35:00: Und achtundsiebzig war eben eine andere Zeit.

00:35:02: mit geht sein Gang wo es ja auch ewig gedauert hatte.

00:35:07: Nachdem es kam, ist es drei Monate später gleich wieder verboten worden.

00:35:10: Also Riesenwirbel drum.

00:35:12: Das wäre also in den sechziger Jahren nicht möglich gewesen.

00:35:15: Ich würde gerne mal von Ihrem Vater wieder zu Ihnen gehen.

00:35:18: Ja klar.

00:35:18: Sie sind wirrensechzig hat man schon.

00:35:22: bis dahin mussten sie in der Familie da sein.

00:35:24: als Mann.

00:35:25: dann kam Ihr Vater wieder sehr darüber geredet wie er mit ihm gesprochen hatte dass sich ausgetauscht haben.

00:35:30: Wie wart denn die Zeit für Sie?

00:35:32: Dann mit einem Vater der nicht mehr unterlöst veröffentlichen durfte, aber andere Sachen gemacht hat.

00:35:38: Hatte das in irgendeiner Form Auswirkungen auf ihr Leben als Jugendlicher?

00:35:41: Als junger Mann irgendwann?

00:35:44: Das

00:35:45: kam da nicht richtig rüber.

00:35:47: Er hatte die anderen Bücher alle unter seinem Namen.

00:35:49: Das waren plus die Krimis.

00:35:51: Das war nicht durftes und das war zusätzlich krimi.

00:35:57: Aber trotzdem noch mal die Frage.

00:35:58: Hat der Umgang DDR mit ihrem Vater Auswirkung auf ihr leben gehabt?

00:36:02: Ja

00:36:02: ja!

00:36:03: Also nochmal in der Zeit zurück, wo er anbaut war.

00:36:06: War das natürlich für mich auch in der Schule?

00:36:08: Also dann so mit in die Vorpurbität, mit elf, zwölf... Bei den Klassenkameraden war das kein Problem.

00:36:20: Das war überhaupt kein Problem.

00:36:22: aber bei einigen Lehrern, die nur Strampel-Kommunisten waren Mir war das so.

00:36:30: Ich war relativ gut in der Schule, zweiter oder dritter und ich war mit den Radaubrüdern aus der letzten Reihe zusammen.

00:36:38: Also war ich der Redelsführer.

00:36:40: Wenn irgendjemand was gemacht hatte von denen, war ich verantwortlich.

00:36:44: Und dann hieß es eben auch schnell, wenn du so weitermachst, dann landest du dort wo dein Vater ist.

00:36:50: Diese Spannung in der Schule hatte ich durchaus.

00:36:55: Später ... Ich durfte ja nicht auf der EOS, auf die arbeitete Oberschule.

00:37:00: Weil wenn er im Zuchthaus ist, war hier unmöglich.

00:37:04: aber es gab dann in der DDR die Möglichkeit, ich glaube ab vierundsechzig oder dreiundsechszig fing das an.

00:37:10: Das hieß Berufsausbildung mit Abitur.

00:37:14: D.h.,

00:37:15: man ist bis zur zehnten Klasse, hat seine mittlere Reife gemacht auf der normalen politischen Oberschuhe und ist dann ein Betrieb waren an drei Jahre Ausbildung oder einen Beruf gelernt und gleichzeitig ein vollwertiges Abitur gemacht.

00:37:33: Das ging dann auf Kosten, wir haben also nicht so lange Urlaub gehabt wie die Schüler.

00:37:37: Man war offiziell Lehrling und Schüler mehr, kriegte also Lehrlingsendgeld in den Zeit auch noch.

00:37:44: Also ich habe dann Dreher mit Abituren gemacht hier in Leipzig, bin Bodenbearbeitungsgeräte, hab also das Abiturt machen können unberuf.

00:37:53: ... neunundsechstzig fertig.

00:37:58: Darf ich mal dazwischen fragen?

00:38:00: Sie haben gesagt, sie durften ja nicht auf die normale EOS gehen.

00:38:04: und wussten Sie das damals, dass das damit zusammenhängt mit Ihnen?

00:38:07: Hatten Sie da ein Roll-off Ihren Vater?

00:38:10: Nein!

00:38:11: Auf dem System ja, wo nicht auf meinem Vorderhaus ist.

00:38:13: Nee, nee, nee.

00:38:14: Auf keinen Fall.

00:38:16: Also, ich habe einen Gott sei Dank kamen, dass dann mit dieser Berufsausbildung das als mein Abitur machen konnte.

00:38:23: Da ich mich dann also für einen naturwissenschaftlichen Zweig entschieden hatte, war das also auch kein Problem.

00:38:29: Also in dem Bereich Physik Chemie war Partei keine Voraussetzung, es war kein Problem!

00:38:36: Also der Weg danach ist noch daran, dass die wollten mit Erich keinen Ärger mehr haben, also keinen Krach.

00:38:48: Es war eine andere Zeit, Toneko kam dann und haben eigentlich in dieser Zeit ihn relativ in Ruhe gelassen, er hat ja auch noch nicht ... es geht seinen Gang geschrieben und die schlimme Kritik.

00:39:01: Also hat das bei uns oder meine berufliche oder auch die beruflichen Entwicklungen meiner Geschwistern nicht beeinflusst.

00:39:09: Waren Sie Pionier?

00:39:10: Waren sie in der FDJ?

00:39:13: Ja, ich war natürlich ... Meine Mutter hat immer gesagt ihr müsst vorsichtig sein.

00:39:22: Macht eurer.

00:39:24: Es kommt bestimmt eine Amnestie, also nicht das an euch liegt.

00:39:28: Aber ich glaube, ich war auch trotz dass mein Vater im Zuchthaus war.

00:39:33: Wir hatten einen wunderbaren Pionierleiter in der fünften Klasse, der mit uns alles Mögliche gemacht hat und das hat richtig Spaß gemacht.

00:39:41: Also ich konnte das eine von dem anderen total trennen.

00:39:44: Der Bruch kam dann glaub ich eher so mit.

00:39:48: woher raus war dann, mit... ...viertzehn-fünfzehn, so in der Zeit war.

00:39:53: Wir wussten ja gar nicht, wenn er entlassen wird.

00:39:59: Wir haben überhaupt keine Mitteilung gekriegt.

00:40:02: Irgendwann am Nachmittag im September, September, Februar, der Tür klingelt.

00:40:10: Da stand er da und wir wussten nicht, dass er rauskommt.

00:40:13: Das war eine Amnestie gewesen.

00:40:14: Es war keine richtige Entlassung, sondern es war der fünfte Jahrestag der DDR.

00:40:20: Und da war eine große Amnistie in den letzten Jahren.

00:40:23: Und da ist er also mit raus, hat das halbe Jahr Verwährung gekriegt.

00:40:29: Ja und dann war ich gerade mit zwei Menschen aus meiner Klasse dabei eine Wandzeitung zu machen.

00:40:36: Wandszeitungs-Agitator?

00:40:38: Genau!

00:40:40: Er kam dann so an dass die mussten gleich raus und selbst zu dem Zeitpunkt noch war ich zumindest in der Gruppenleitung oder irgendwas drin.

00:40:52: Sie haben es gerade schon selber angesprochen, der Roman ist geht seinen Gang.

00:40:58: Der hat was verursacht, er hat etwas verändert.

00:41:01: Wie erinnern sie sich daran?

00:41:04: Ja... Es passt ja.

00:41:06: nochmal um zurückzugehen in ein richtiger Einschnitt bei mir war ja diese große Bieter-Mustration in den fünfundsechzig am eindreichsten Oktober hier in Leipzig und er hat das ja ins geht sein gang, hat ja ja das beschrieben Im geht es einen Gang, wenn sie die Szene sich durchlesen ist eine zusammengesetzte Geschichte.

00:41:32: Wir haben ja wie gesagt am Ostplatz gewohnt.

00:41:35: er ist früh um zehn auf dem Leuchtener Platz gewesen.

00:41:39: da muss man immer noch sagen hat ihr zwei Jahre Bewerbung gekriegt für dieses halbe Jahr was er heraus konnte.

00:41:45: Er musste ein bisschen aufpassen hat sich also angeguckt auf den Leuchter Platz und ist dann wieder nach Hause.

00:41:52: Und es war in den Schulen so am Sonntag biet Demonstrationen, wer wenn ja hingeht.

00:41:58: In der haben uns ganz massiv agitiert da nicht hinzugehen und ich war damals... Ich habe so Großlauf gemacht, Waldlauf und also richtig Mannschaftssport.

00:42:11: Also wir hatten an diesem Sonntags im Rosental ein Wettkampf und dann bin ich also hingegangen mit meinem Sachen.

00:42:21: So nach einer halben Stunde habe ich angeblich einen Wartenkrampf gehabt, hab mich dann umfallen lassen und bin dann über Bläschbüchse Heinstraße hoch zum Marktplatz.

00:42:30: Und hab also die ganzen Sachen, die in der Innenstadt mit Wasserwerfer und Hunden und allen, hab ich erlebt... ...und er hat das im Buch so gemacht als eine Figur von Wolfgang Wölff.

00:42:41: Also seine Erfahrung Löschner Platz und meine Erfahrungen

00:42:45: in den Stadt.

00:42:46: Ihre Erinnerungen sind in das Buch eingeschlossen.

00:42:48: Sie sind hinterher zum Vater und haben ihm davon berichtet?

00:42:50: Na

00:42:51: klar, gleich wo ich gekommen bin, natürlich wollte... Ich habe gefragt wie war es auf Leuchtenplatz, er hat mir das erzählt und ich hab dann alles erzählt was da in der Stadt war Und das war eine Sache die hat mich wahnsinnig.

00:43:02: also das war mein wirklicher Bruch weil ich hätte mir nicht vorstellen können dass in einem sozialistischen Staat in unserem Staat DDR die Polizei mit einer sehrartigen Brutalität vorgeht für Dinge, die Leute haben nicht gemacht.

00:43:20: Die haben da gestanden aber auch auf dem Leuchtenplatz.

00:43:23: wenn sie eine halbe Stunde gewartet hätten dann werden alle nach Hause gegangen wahrscheinlich.

00:43:28: Sie haben bloß da gestand, die haben nichts gemacht und die Polizei hat...

00:43:31: Wo es man vielleicht für jüngere mal erklären, Beat-Demo heißt ... Sie haben für Beats also für Musik, für Lieder demonstriert weil sie die hören wollten?

00:43:40: Nee!

00:43:41: Sondern ja, ich setze das viel voraus.

00:43:45: Vorher war es relativ offen.

00:43:48: Ich bin aufgewachsen in Radio Luxemburg.

00:43:52: Aber die Beatles waren fähig in der DDR.

00:43:56: Es gab Amiga-Schallplatten mit den Beatles in den Clubhäusern ... Ich war hier am Marienplatz im Clubhaus.

00:44:03: Das ging von Nachmittags bis spät ein Beatles-Song nach dem anderen.

00:44:09: Es entstanden Gruppen.

00:44:11: Die Battlers hier in Leipzig waren die bekanntesten, rempft später ja und kurz vorher also im Ende September fünfsechzig wurden alle Gruppen verboten.

00:44:23: so die Battlers wurden alle wurden verboten und diese Demo richtete sich gegen den Verbots der Beatgruppen.

00:44:30: Also wir wollten erreichen dass das Verbot zurückgenommen wird.

00:44:34: Jetzt muss ich trotzdem noch mal nachfragen.

00:44:35: Sie haben vorhin gesagt, ich konnte mir nicht vorstellen dass der Staat so gegen uns vorgeht.

00:44:39: Der Staat ist zwölf Jahre vorher, dann in den Fünfzig, siebzehnten Juni schummer gegen Leute vorgegangen.

00:44:44: Richtig auch, da war ich drei Jahre alt und das habe ich nicht erlebt.

00:44:47: Aber

00:44:47: ja, Sie wussten es nicht oder?

00:44:48: Natürlich!

00:44:49: Da hat doch keiner drüber geredet.

00:44:51: also als mein wir als Jugendliche klar es gab den siebzen Juni aber Einzelheiten oder irgendwas haben wir das noch nicht erfahren.

00:45:01: Das wurde ja nicht darüber gesprochen, also es waren faschistischer Putsch und Konterreplitionen und alles Mögliche.

00:45:09: aber was wirklich war wussten wir nicht.

00:45:11: Also für mich war das erste Erlebnis der Eintrachtste Oktober sixty-fünf.

00:45:17: Genau diese Geschehnisse hat ihr Vater im Roman verarbeitet auf dem Leuchtener Platz und dieser Roman sollte veröffentlicht werden logischerweise?

00:45:26: Ja das ist auch wieder so ein... So ein großer Schnitt und Kulturpolitik ist ja die Biermann-Effäre.

00:45:34: Und danach muss man Sachen vor Biermann oder nach Biermann.

00:45:38: Der Roman war so weit fertig, und dann kam Biermann!

00:45:50: Die Unterzeichen waren alle in Berlin.

00:45:54: Biermann war alles Berlin...

00:45:57: Was ist Biermann der Liedermacher?

00:45:58: Genau, also die Leute sind schon eingesetzt.

00:46:01: Manfred Krug, Dom Röse ... Ja, alles Berliner.

00:46:06: Und mein Vater hat niemand gefragt ob der unterschreibt.

00:46:11: So und dann kam der Chef vom Mitteldeutschen Verlag wo es geht sein Gang erscheinen sollte nach Leipzig.

00:46:19: und ja und der Biermann und Erich war dann schlau und sagt, ich muss da nicht unterschreiben.

00:46:27: also wenn ich den Vertrag kriege, wenn's geht sein gang du endlich kommt unterschreibe ich nicht und also hat ein bisschen gepurgelt.

00:46:35: Also es hat auch vielleicht einen Bisschen-Auslag mitgegeben.

00:46:41: Es sind dann verschiedene Dinge gestrichen wurden, als es gab dann gleich bei dreiunddreißig Punkte die raus mussten.

00:46:47: Es war gerade im Schlachter von Neuschelplatz, da waren drei oder vier Stellen drin, die wirklich hart sind.

00:46:58: Und die hatte er dann auch ausgestrichen.

00:47:00: Er hat es ein bisschen entschärft damit das dann kommen konnte.

00:47:05: Es war aber in der letzten Zeit wieder eine andere Zeit.

00:47:10: Das Politbüro meinte, wir müssten das nicht gefallen lassen und die Weihspülerei ist vorbei.

00:47:18: Dann kam das Verbot.

00:47:20: Erst genehmigt wurde es ja sogar nicht nur genehmig, sondern gleich noch ein Dezents für eine West-Ersgabe.

00:47:27: Die haben das Ding also an den DV Stuttgart gibt's parallel zur... DDA-Ausgabe, der Westausgabe die hier gedruckt wurde also auch noch Geld verdient.

00:47:39: Also kann man auch sagen Geld verdienen wollten und dann haben sie doch gleich verboten.

00:47:44: Bitte auf Types DDR!

00:47:46: Wir springen mal zur Ausreise.

00:47:50: ich nenne es mal ausreise weil Sie müssten uns erklären war das freiwillig?

00:47:56: hat Ihr Vater?

00:47:56: Ausreisen klingt freiwillige.

00:47:58: er ist dann in den Westen gegangen.

00:47:59: und was haben Sie gemacht?

00:48:02: gut Also nach Biermann sind ja viele Leute weg, viele Künstler sind ja gegangen.

00:48:09: Und da wissen ja viele in der DDR oder heute nicht und damals eben auch nicht dass die alle nicht ausgebürgert wurden.

00:48:17: also weder Mannfreie Krug oder Karl-Heinz Jörg Korps oder niemand ist ausgebürgiert worden sondern die hatten alle ein mehr oder weniger komfortables Visum.

00:48:30: Also Manfred Krug, der hat seine gesamten Antiquitäten und seine gesamte Oldtimer alles mitnehmen dürfen.

00:48:37: Und die wollten keine Ärger.

00:48:40: Selbst Jurek Becker, Jakob Der Lügner, also einen wirklichen Berühmter hatte ein zehn Jahres Visum mit beermaliger Ein- und Ausreise.

00:48:49: Da konnte er aus dem West Berlin jeden Tag rüber nach Ostberlin.

00:48:56: Die DDR hat dann nicht versucht... dass du nicht so schlimm über die Data aussprechen.

00:49:02: Die Leute wieder mit solchen Dingen...

00:49:05: Alle ohnehalten?

00:49:06: Genau, und nur bei Erich war es dann so, er hatte durch den Rissworf fast fertig.

00:49:12: Der Völger ist da lang mal angefangen.

00:49:14: Er wusste genau, die können niemals zur Data erscheinen.

00:49:16: also durch der er einen Riss konnte, geht nicht bauten und alles was er gesagt hat, geht nichts.

00:49:23: Und es blieb ihm letztlich nichts anderes übrig und er hat einen Antrag auf ein Visum gestellt Und nach vielen Hin und Her hat er das Visum dann einundachtzig bekommen.

00:49:35: Es war aber dann eben wie gesagt schon verschärft, und es waren die letzten Wiesererteilungen als Bettina Wegner war noch mit dabei.

00:49:45: Das war ein dreijahres Visum mit einmaliger Ein- und Ausreise.

00:49:51: Also wie der Typ besteht der erste zu frehen.

00:49:54: also ist es drei Jahre gültig Wenn du nach vierzehn Tagen zu Besuch kommst, ist es ausgelaufen.

00:50:00: Einmalig, ein und Ausreise.

00:50:03: Also so angelegt, dass er nicht wiederkommt.

00:50:06: Gut!

00:50:09: Ich war dann inzwischen im Beruf, ich war Abteilungsleiter und Qualitätskontrolle.

00:50:18: Einen Jahr später, so zweiundachzig hat viel für den Deutschlandfunk gemacht, Heinz Flunger und Herr Löst, das ist nur bald Halbzeit.

00:50:27: und was machen Sie?

00:50:27: Geht's dir

00:50:28: zurück?!

00:50:30: Ja, frech wie ehrig war.

00:50:31: Wenn die mich rehabilitieren und wenn ich mir alle Bücher wieder von mir drucken, komme ich natürlich gerne wieder in diesen.

00:50:39: Und dann wieder auf Stasiakten kann man als schön nachlesen gab es eine Maßnahmeplanung um zu verhindern dass Ehrich wieder zurück kommt?

00:50:49: wurde Maßnahme planen?

00:50:50: die gesamte Familie löst muss raus.

00:50:55: Darf ich mal fragen?

00:50:56: Sie sind nicht mit ausgereistet?

00:50:58: Ja, Moment.

00:50:59: Er ist mit einundachtzig mit diesem Visum.

00:51:01: und dann

00:51:02: kam

00:51:02: dieses Interview

00:51:03: ... Ihre Mutter war hier?

00:51:05: Alles

00:51:05: hier, er ist alleine raus.

00:51:06: Und sie waren auch ja?

00:51:07: Mein Geschmister auch und meine Frau, meine Tochter usw.

00:51:12: Dann gab es also einen Maßenarbeitplan, damit löst nichts.

00:51:15: zurückkommt, muss die Familie heraus.

00:51:17: Denn wenn die Familie raus ist, kommt noch nichts zurück.

00:51:20: Ganz einfach!

00:51:21: Ist mal das Problem los.

00:51:22: Genau, Problem gelöst Ja, das ging dann liefern so ab.

00:51:28: Ich hab da innerhalb von einer Woche in meinen Arbeitsplatz verloren, wurde entlassen und... ...wurde dann bestellt zur Stasi und dann haben wir... Heute wird immer noch Sachen edil ausgehandelt wie man das alle... Es müssen alle raus!

00:51:43: Das darf niemand bleiben und meine Mutter wollte eigentlich nicht und meine Schwester auch nicht so.

00:51:48: Und ich habe dann gesagt also entweder alle und es hat ja ziemlich lange gedauert Es hätte auch bei der Tande noch mitgeduft.

00:51:54: Also alles ... Hätte ich da, ja also ... Ein Aufwarsch!

00:51:59: Meine Schwester hat zum Beispiel noch den besten Freund meines Bruders geheihordet und das durfte er auch mit.

00:52:05: Wie viel der Familie löst?

00:52:06: Plus Anhangsindern am Ende?

00:52:08: Ja alle raus plus ein Freund meides Brudders, der dann der Mann meiner Schwester war.

00:52:13: Die haben es gleich durchschalten lassen im Westen.

00:52:15: Aber ... Was reden

00:52:16: wir jetzt über?

00:52:16: sechs Leute oder zehn Leute?

00:52:18: Ja acht.

00:52:20: Waren Sie damals verheiratet?

00:52:22: Ja, ja.

00:52:23: Meine Frau und meine Tochter sind mit.

00:52:25: Genau.

00:52:26: Und dann hat sie das gelöst.

00:52:34: Am Ende war es aber auch so ... Die wollten dann auch wieder keinen Ärger.

00:52:39: Geräuschlos, gut wie möglich raus.

00:52:43: Es ist eine irre Geschichte.

00:52:45: Das war Sommer zweiundachtzig.

00:52:48: Unsere Tochter war im Ferienlager.

00:52:50: Ich kam wieder und sagte nun noch mal, da hab ich mit meinem Stasi-Mann oder meinem Halbmann.

00:52:57: Ich sag, ist doch Quatsch, dass sie nochmal in die Schule geht?

00:53:00: Ist doch ... Überall kein Problem erlöst!

00:53:02: Ich kläre das, rufe die Schüler an und sie brauchen nicht mehr in der Schule zu gehen.

00:53:06: Dann kommt er net aus dem Ferienraher und sagt aber, oh nee meine Freundin und wie das so ist, fünfte Klasse Ich rufe meinen Stoßie-Mann an.

00:53:15: Nee, nee, die will in der Schule ... Ja, löst kein Problem, ich kläre das.

00:53:18: Die geht in die Schule, kann ihr in die Schule

00:53:20: gehen?

00:53:21: Geht in eine Schule, sie braucht aber keine Arbeit mehr mitzuschreiben.

00:53:25: Also, würden keine Ergo haben, geräuschlos raus.

00:53:30: Was klingt jetzt alles so im Nachhinein?

00:53:33: Sie mussten ... Ja, ihre Heimat verlassen sie.

00:53:36: Sie mussten...

00:53:37: Und wir sind ausgebürgert worden?

00:53:38: Das war das auch!

00:53:39: Also nicht hier auf Wiesum oder so was.

00:53:41: Ich wollte ja gerne auch so ein Wiesüm haben wie mein Vater und die Nähe.

00:53:44: Wir wurden alle durch die Bank ausgebürgert.

00:53:47: Der Grund war ja im Endeffekt ihr Vater, dass tun ihres Vaters.

00:53:50: Wie war in der Zeit des Verhältnisses dann zu ihrem Vater?

00:53:53: Haben sie sich alle dann im Westen wieder getroffen gefunden?

00:53:56: Das wurde ein richtig gutes Verhältnis im Weste.

00:53:59: Alles alles gut viel geholfen.

00:54:02: Wächst die Familie dadurch zusammen durch solche Geschehnisse?

00:54:05: Na ja, gut.

00:54:06: Es war natürlich ... Er waren aus einer Brücke.

00:54:08: Wir waren in Künstelsau und Baden-Württemberg.

00:54:11: Meine Geschwister, meine Mutter waren im Köln.

00:54:14: Also alles ein bisschen verstreut.

00:54:16: Aber wir haben telefoniert und uns oft besucht, wenn irgendeine Lesung in Stuttgart war.

00:54:22: Das war wirklich ein gutes Verhältnis.

00:54:25: Was hat das für Sie bedeutet?

00:54:27: ein großes Einschneid des Erlebnis in ihrem Leben.

00:54:30: Sie mussten da wahrscheinlich neu anfangen, was bedeutet das?

00:54:35: Ja naja es war ja.

00:54:41: natürlich.

00:54:42: sie könnte von ihrem Alter her nicht nachvollziehen aber man hat natürlich über Westfernsehen gedacht.

00:54:48: wir kennen den besten einigermaßen und Aber es war natürlich ein Zerppelt, über das Fernsehen das wirkliche Leben.

00:54:57: Irgendwo denken, dass man das begreifen kann wie das alles abläuft und so.

00:55:02: Also bloß in der kleinen Anekdote.

00:55:05: Sie ist im Westen die Zahnärzte.

00:55:08: Das ist alles wahnsinnig teuer und das muss mal auf den Kalt.

00:55:11: also haben wir uns alle hier gesehen und noch machen lassen in Leipzig und mit so weiß noch Professor Birnbaum der Borte trocken ... trocken, also einfach bohren und dann waren die Schwester die Spritze bis in Wasser rein.

00:55:24: Also es war eine Tortura... Und da kommen wir nach dem Westen und dann ist alles kostenlos,... ...und dann ist wie ne Weltrahmstatt so und das Harnhaus... ...also alles Quatsch gewesen was wir hier gemacht haben,... ...dann ins Harnhouse zu machen, gut!

00:55:38: Das war ja sogar noch besser als im Westfernsehen?

00:55:41: Ja aber ich war eine Sache, ich habe ja sehr Bilder.... Es war aber dann so... Wir sind also am ersten Oktober zweiundachtzig da im Westen gelandet.

00:55:55: Übrigens auch von heute nicht mehr spricht, aber es ist auch ein Wendetag.

00:56:00: Kohl wurde Bundeskanzler, also misstrahlends Antrag die Wände.

00:56:06: Ersten Oktober zweieinachtzig und es hat es danach künstelsau verschlagen.

00:56:10: Also Baden-Württemberg, Heile Welt, Firma Würz, Barnard ... also zwei Prozent Arbeitslosigkeit, also Traum.

00:56:20: Aber wir waren seit fünfundvierzig die ersten, die aus der Zode kamen.

00:56:25: Wie die das damals sagten und hatten überhaupt keine... Die wussten nicht was sie mit uns anfangen sollten.

00:56:31: Wir waren Exoten!

00:56:33: Sie kamen aus einer anderen Welt?

00:56:34: Ja, die hatten zweihundert Boot-Piepel als Vietnam erlager.

00:56:40: Da wussten sie was sie machen sollten mit denen.

00:56:42: aber wenn man aus der DDR Keine Ahnung.

00:56:46: Also ich hatte mich unheimlich gut vorbereitet, mein Vater hat mir eine gute Beziehung zur ständigen Vertretung in Berlin.

00:56:53: was man machen musste welche unterlagen das wusste schon einigermaßen und ich habe vom Landratsamt habe ich den erklärt da gibt es einen Formular Nummer so und so und das müssen sie mir jetzt besorgen und das muss mal ausfüllen.

00:57:04: also ich hab dem bisschen geholfen dann noch mit dabei.

00:57:06: Es waren dann manche Dinge schwierig manche dinge waren einfach.

00:57:10: also ich habe gedacht ich muss meinen Diplom dann dort anerkennen lassen.

00:57:14: So habe ich das in Stuttgart eingereicht, hab ja in der Uni Leipzig studiert.

00:57:18: Und da kam dann ein Reichsgesetz von und unserem Achtunddreißig muss ein Diplom was an einer deutschen Universität abgelegt wurde nicht begleibigt oder bestätigt werden will.

00:57:29: Aber andere Sachen abschliessen meiner Frau die mussten wieder... Also es war vieles anders als ich gedacht habe und es hat eine schöne Weile gedauert eben was sich da wirklich in das System integriert hat.

00:57:44: So, mit dem Rückblick sind Sie damals angekommen im Westen?

00:57:48: Ja ist das Problem.

00:57:50: Künstelsau.

00:57:51: Kleinstadt ... Die hatten zwar Griechen die hatten Türken aber Das war ganz schwierig da anzukommen.

00:58:00: also es war.

00:58:02: Meine Frau war dann im Gymnasium dort mit den Lehrern Aber das war niemals so eine wirklich in ähnliche Freundschaft.

00:58:09: Also wir waren reingeschmackte.

00:58:13: Die Enkel gehören dann vielleicht dazu.

00:58:15: Das ist ganz schwierig, dieser Käken da in der Großstadt.

00:58:20: Meine Schwester und mein Bruder waren ja in Köln und ging das viel schneller.

00:58:25: Es war nie meine Heimat.

00:58:27: Wir waren dann wie gesagt zweiundachtzig bis neunzig.

00:58:29: Und wir sind als eine der wenigen die in dieser Zeit nach dem Westen sind, sind wir zurück.

00:58:37: So es waren nicht viele!

00:58:39: Wie haben Sie den neunten November neunundachzig erlebt?

00:58:43: Da waren wir ja noch in Künstelsau, natürlich war es Wahnsinn für uns.

00:58:48: Und ich hätte das nie geglaubt, dass alles so läuft und wir haben dann auch gleich ... Wir waren dann im Dezember mit Erich die ersten großen Lesungen geholtes Verschlösschen und... Ich war ja Bundesbürger!

00:59:02: Das war ja alles nicht so einfach.

00:59:03: Also auch so eine Geschichte.

00:59:05: bei Erich ist er einer nachtzig raus.

00:59:07: Eine DDR-Pass wie heute auch war zähnlich auch gültig.

00:59:11: Na?

00:59:12: Das Wiesnummer war nur drei, das Wiesner war abgelaufen.

00:59:17: Da er ja nicht ausgebürgert war und sein Pass jahr zehn Jahre gültig war der Pass ein neunzig Jahr gültigt oder einen Neunzig?

00:59:25: Er ist also offiziell als DDR-Bürger wieder eingereist.

00:59:31: Und ich war aber Westdeutscher, wo wir dann den Verlag gegründet haben.

00:59:34: gleich im Januar neunzig, also kurz danach war ich Bundesbürger.

00:59:40: Und damals war es so... Das sind ja viele nicht mehr.

00:59:43: Da konnte man Firmen, wenn man was gründen wollte, musste man einen joint venture mit DDR-Leuten machen.

00:59:52: Ich konnte als Westdeutscher durfte mal in Anfang neunzig keine Firma gründen also auch keinen Verlag gründen.

00:59:58: und da habe ich das dann so gemacht hier Kulturabend aufs Rothaus und hab dann mir eine Generalfallmacht von Erich geben lassen und hab den Linden von Leipzig Inhaber Erich Lösch gegründet.

01:00:11: Und ich war General-Befilm, ist doch.

01:00:14: Und Erich löst hatte ...

01:00:16: Hatte er sein Pass?

01:00:16: Ich konnte ja heute in der Erdbrücke.

01:00:20: Was uns im Gespräch jetzt aufgefallen ist – ich habe es an Björns Blicken auch gesehen – Sie sagen manchmal Ehrig und sie sagen manchmal jetzt gerade bei dieser Geschichte wo sie im Westen waren ihr Vater.

01:00:32: Ja das wechselt bei mir hin und her.

01:00:34: also das hat keine Dichterbedeutung.

01:00:36: Keine Distanz.

01:00:39: Ich hab das meinmal mit den Eris wo er noch lebte, dann Telefon löst.

01:00:45: Ach ja, es ist schön, dass Sie am Telefon sind und mein Sohn haben schon gesagt.

01:00:48: Nein ich bin bloß der Sohn oder so.

01:00:50: Bloß der Sonne?

01:00:51: Ja, bloß das Sohn.

01:00:53: Dass er wechselt mit Erich und Vater.

01:00:56: Sie sind wieder nach Leipzig gezogen.

01:00:58: Ihr Vater ist auch wieder nach Laipzig gezogen.

01:01:02: Und sie haben hier den Verlag gehabt.

01:01:03: Es war alles gut, oder?

01:01:06: Wir hatten nicht nur den Verlack, wir haben die Lindenbuchanlung.

01:01:12: meine Frau mitgeholfen und lief wunderbar.

01:01:17: Also nach und nach bei ihm war es so, er hatte ja in Bonn eine schöne Wohnung gehabt und wir hatten hier in Pounsdorf im Neubaugebiet die Buchhandlung also neu gegründet im Plattenbau-Geländenbuchhandlung und hatten dann für ihn eine Einzimmerwohnung mit wo er auch wenn er in Leipzig war.

01:01:39: Und das ist dann was familiäres.

01:01:42: Meine Mutter war schwer krank und die ist dann in der Zeit zu ihrem Vater gestorben.

01:01:47: Das war dann der Punkt, wo er gesagt hat, endgültig.

01:01:51: Weil sie an den Köln gewohnt.

01:01:52: Mein Vater im Boden war immer um sie gekümmert.

01:01:55: Und nachdem sie dann gestorbt wurde und alles abgebrochen hat, hat es endlich noch leibt sich.

01:02:00: Es war mehr ein persönliches Sache, dass er diese zwei Ohlorte hatte.

01:02:06: Wie war das Verhältnis in dieser Zeit zu Ihrem Vater?

01:02:08: hervorragend, spitze.

01:02:10: Absolut!

01:02:11: Wir haben gelesen es gab einen Rechtsstreit?

01:02:12: Ja das war viel später.

01:02:14: War

01:02:14: viel später...

01:02:15: Was ist passiert denn irgendwann?

01:02:16: Also die neunzig Jahre waren plenten und wir hatten ja mit Liko Leichkürschen ein Wahnsinnserfolg gehabt.

01:02:22: des Buches

01:02:22: Bücher wurden geklaut, Bücher werden verkauft.

01:02:25: Zweiundsebstigtausende gebunden Bücher in zwei und fünf Auflagen und der Film war hervoragend, fangbar und also dass er konnte gar nicht sein.

01:02:38: Ein Schnitt war ein bisschen in den Jahr.

01:02:41: Die Zeit war ja dann auch so.

01:02:42: nach zweitausend war da eine Zeit, wo nicht mehr so viele Leute für DDR interessiert haben.

01:02:50: Also das hat man wirklich gemerkt und es gab zwei tausend.

01:02:55: eins ist also noch mal ein großer Roman, also Reichsgericht mit über vierhundert Zeiten Geschicht des Reichsgerichts, aber auch Gegenpart.

01:03:05: Hat also viel dran gearbeitet und lange daran gearbeitet.

01:03:09: Und da haben wir richtig Pech gehabt mit dem Buch weil das erschien zur Herbstmesse, im Jahr two-thausend eins vier Wochen nach neuneleven.

01:03:20: Die ganze Buchmesse Frankfurt war natürlich überschattet.

01:03:25: Kein Mensch interessiert sich mehr für deutsche gegenwärtsliteratur und Reichskrieg ging total unter.

01:03:32: Also wenn man damals nicht Peter Schollatur hieß, hat er mal keine Chance.

01:03:37: Und bei Büchern ist ja schon ein halbes Jahr später, also zum Buchmesse im Leipzig war das ein altes Buch.

01:03:46: Interessiert gab es über die Neuen.

01:03:48: Die Verfallstattung bei Bücher ist fast wie bei der Mode, das ist ganz schlimm.

01:03:53: Das war wirklich entfloppt gewesen auch von Verkaufszahlen her und allen hat ihn schon relativ stark mitgenommen.

01:04:02: Das nächste große Projekt gab es dann noch mehr Ärger, er wollte unbedingt einen großen Roman über den siebzehn Juni machen, fünfzig Jahre und hatte lange dran geschrieben und wollte eigentlich sowas wiederholen wie bei Nikolaj Kürsch film- und buch gleichzeitig Diskussion.

01:04:28: Ich habe auch bei der Verhandlung mit dabei, also es war sehr schwierig.

01:04:33: Gut.

01:04:34: Hat ein bisschen das Buch vernachlässigt und hat dann mehr am Film geschrieben als das Buch wurde im Jahr two-thousand drei nicht fertig, kam dann nach später zwei-tausend sechs.

01:04:43: Hier ist ein Sommergewitter aber mit dem Film wird es so schlimm gewesen.

01:04:47: Es gab dann einen Prozess gegen MDR weil die haben ihn erst den Vertrag ausgedrängt.

01:04:53: Die haben wir in neuen Outdoor mit dazu haben den Film total unzufrieden.

01:05:01: Die wollten einfach die menschliche Komponente ... Also er war richtig, richtig sauer.

01:05:10: Er hat sich auch geweigerte Filme anzugucken und wurde gar nicht so schlechtes oder so gar nicht zu übel ist.

01:05:15: Aber er wollte eben mehr.

01:05:17: Er wollte es eben härter haben und er wollte das Kampf in Halle und Buna.

01:05:24: Hat dann auch den Prozess gewonnen, also MDA hatte damals mit Bavaria ... Also MDA total hundertprozent verloren.

01:05:32: Kriegte vermutlich fünfzwanzigtausend Euro Entschädigung und der Richtersachse-Präsidialist ist gestern nicht um das Geld in Höhe und wurde dann gleich ins Kinderkrankenhaus weitergereicht.

01:05:44: Gut aber es war im Wiederschönt und wusste nicht geklappt hat und konnte ich nicht dafür.

01:05:51: Aber er war also dann Unzufrieden.

01:05:58: Und ein bisschen zurückgreifen, er war eng mit Günter Kross befreundet und wir haben ja die ersten Bücher lange Zeit bis über zweitausend alle bei Steitel in Köttingen drücken lassen also der Hausverlag von Günter Krass.

01:06:13: und na jedenfalls die haben denn irgendwo eingeregelt.

01:06:17: du Erich, wenn du bei uns wärst würde das alles viel besser gehen.

01:06:21: Also das kann einen kleinen Verlag wieder linden verlagen nicht und die Zeiten werden härter.

01:06:26: Stimmt der auch irgendwo?

01:06:27: Klar.

01:06:29: Na jedenfalls ist er dann eben ohne uns irgendwas oder mir was zu sagen, unter uns meiner Frau und mir hat er aber steil unterschrieben.

01:06:38: Hat also das was wir für ihn gemacht haben aufgekündigt.

01:06:43: ich habe ja für den siebzehn Juni Roman Sommergebieter schon das Lektorat gemacht.

01:06:48: Das Buch sollte zwei tausend fünf kommen.

01:06:50: es war so gut wie fertig und geht mit dem fertigen Buch zum nächsten Verlag.

01:06:56: Sie haben das als Vertrauensbruch gesehen?

01:06:57: Ja.

01:06:57: Das ist eben nicht bloß ein normaler Vertrauungsbruch in der Verlage, wenn eine Autor- und andere Verlage ist, sondern in der Familie.

01:07:06: Ist das eben die Sache so... Und dann hat eben Ehm Steidel und Kras, da hatten dann so Professor, so einen Spitzen Juristen eingeredet, naja du hast doch nur alles mündliche Verträge und das gilt auch nicht.

01:07:24: Und da wollten die die ganzen Rechte haben und dann habe ich natürlich dagegen geklagt.

01:07:31: also geht ja nicht.

01:07:33: Da hatte er aber vergessen gehabt mein Vater und hat es auch den anderen beiden nicht gesagt dass wir haben mit dem Lindenverdach gegründet haben.

01:07:42: Wir hatten ihn als GmbH gegrundet richtig für die ersten vier Bücher Wie unterbremten, wie es ihm sein muss.

01:07:51: Richtig normale Vertrag gemacht.

01:07:53: Unterschrieben von ihm und so... Da ging's nicht ums Finanzielle, sondern es ging eben darum, wie kann der mich verklagen?

01:08:00: Es kann doch nicht wahr sein!

01:08:01: Und dann hat er mit Pauken im Trumpeten verloren den Prozess.

01:08:06: Klar.

01:08:07: Und da war auch Wittelsauer ...

01:08:11: Er war

01:08:12: in der Endphase von Leuten umgeben Er hat keinen kritischen Geist mehr um sich gehabt.

01:08:19: Das war ein bisschen Nachteil gewesen.

01:08:21: Entschuldigung, wenn die Frage vielleicht ein bisschen komplex ist aber ihr Vater der sich immer durchbeißen musste auch mit seiner Kindheit und seine Jugend dann in DDR Und jetzt hatte er diesen Erfolg den er sich als Schriftstelle auch gewünscht hat.

01:08:34: hängt das zusammen aus ihrer Sicht?

01:08:36: Wenn sie heute mal drauf blicken dass er so geworden ist wie er geworden ist.

01:08:40: Ich kann mich das schwerer einfach setzen, weil ich bin ein ganz anderer Typ.

01:08:46: Die Ehrung war ihm schon wichtig und er hatte eigentlich alles gehabt.

01:08:52: Er ist ein Bürger von Leipzig.

01:08:55: Er hat Bundesverdiensteskreus erste Klasse, das große Bundesverdienskreus mit Band oder was weiß ich gekriegt also Literaturpreise

01:09:03: usw.,

01:09:04: drei Doktor Habiel... Und dann brach aber der Erfolg irgendwo ab nach zweitausend.

01:09:14: Und wahrscheinlich geht das, wenn man so, sagen wir mal, zwanzig, fünfundzwanzig Jahre eben so einen Riesenerfolg hatte und dann nur nicht mehr kann es so.

01:09:27: Wahrscheinlich hat er sich verkraftet oder ich weiß es nicht.

01:09:30: Das ist schwierig für mich irgendwie das zu

01:09:32: begreifen.".

01:09:33: Sie hatten zum Schluss ja kaum noch Kontakt zu ihrem Vater?

01:09:36: Also wir haben ja, das Öche ist ja ein gutes in der... Ich glaube jetzt ist es eine Straße.

01:09:40: Wir wurden in der fünfundzwanzig, nicht?

01:09:42: Wir wurden unter dreinzwanziger.

01:09:43: Wie sehen Sie das heute?

01:09:44: Wie reflektieren Sie das?

01:09:45: Ja einfach schade.

01:09:47: Also schlimme Zeit, ja.

01:09:50: Und dann mussten sie aus der Zeitung lesen, dass er gestorben ist.

01:09:52: Wir

01:09:53: haben dann frühe Käse zum Briefkasten runter und riesengelfer Zett und ja, besser benachrichtigt worden oder irgendwas.

01:10:04: Geh wie geht's einem da als Sohn?

01:10:07: Vorsprach, ja.

01:10:09: Also ganz schlimm!

01:10:14: Ist diese Familiengeschichte die wir jetzt von Ihnen gehört haben?

01:10:17: Ist das Thema in der nächsten Generation Ihrer Familie?

01:10:23: Ja, wir reden auf uns zu drüber und die wissen jeder weiß Bescheid.

01:10:26: also da alles erzählt ist bei uns ist nicht irgendwas verborgen worden oder irgendwie wie in anderen Familien.

01:10:37: Ja, es war zum Beispiel, ja doch vielleicht interessant.

01:10:40: Wir hatten nur den großen Hunderzer Geburtstag jetzt gehabt im Februar und das war auch alles wunderschön.

01:10:48: die Veranstaltung in Leipzig also wirklich ganz ganz toll alles.

01:10:52: aber dann die Frage einfach so hat er das wirklich verdient dass wir uns jetzt so viel Mühe und Arbeit machen nach dem?

01:11:03: Aber für mich ist es einfach Ich habe immer dieses gute Zeit und schlechte Zeiten.

01:11:09: Also ich hab ja auch mal Theologie noch zwischendurch studiert im Fernstudium, so diese sieben Jahre.

01:11:15: also die ersten sieben jahre waren gut, also die biblischen siebenjahre.

01:11:19: dann kamen siebenJahre Zuchthaus Dann kamen SiebenJahren nach Zuchthaus wo unser Zehenwalter auch nicht so toll war.

01:11:25: Dann kam sieben Jahrhundig ging es so, dann kam zwei Mal sieben Jahre.

01:11:28: die waren hervorragend.

01:11:31: Es war immer so ein Wechsel und deshalb sollte man die sehr sehr guten Zeiten eben nicht vergessen.

01:11:37: Ich würde sieben Jahre und die schlechten Jahre gerne mal übersetzen, es waren also Jahre wo Sie Ihrem Vater erst nahe waren, Sie haben ja liebevolle Kindheit beschrieben.

01:11:44: dann weil der Staat das so wollte Entfernung, dann wieder Annäherung irgendwann.

01:11:49: Wir blicken Sie denn da heute drauf?

01:11:51: Ja ich meine ja Sie haben das betrachtet theologisch dass es gute Jahre und schlechte Jahre gibt.

01:11:55: aber war der Staat daran schuld, dass es die gab?

01:12:00: Ja gut ist es ganz schwierig inwieweit die sieben Jahre ihn verändert haben.

01:12:08: Also ich glaube, ist die Veränderung den Menschen nicht so stark im Kopf eher zwei Drittel Marken raus und zwei Fingertrauben bei ihm?

01:12:19: Ich glaube, Sie haben ihr nicht geistig gebrochen durch diese sieben Jahren.

01:12:25: Er ist dadurch nicht ein wirklich anderer Mensch geworden.

01:12:29: also das auf die Zeit, auf die Haft und auf die DDR zu schieben Entweder mal solche Veranlagungen oder mal sie nicht.

01:12:37: Denke ich zumindestens.

01:12:39: Mit allen Höhen und Tiefen, wenn Sie heute Ihren Vater ganz kurz mit wenigen Worten zusammenschreiben müssten?

01:12:44: Was war das für ein Mann?

01:12:46: Ganz kurz... Also wie gesagt, dass es eben so hoch komplex ist über sieben, achtzig Jahre, wo ich, sag wir mal, fünfsechzig miterlebt habe.

01:12:58: Es gibt eine schöne Geschichte Das heißt von ihm, das heißt mein Panzerchen Dass er sich in Panzer um sich aufgebaut hat, um das abzublocken.

01:13:07: Das ist natürlich viel auch mit Suchthaus und das Abzublokken was einfach ein einstürmt.

01:13:13: Er kann man etwas davon halten als Fisch vom Sternzeichen.

01:13:18: Bei unserer Familie stimmt das alles.

01:13:20: ich bin den typischer.

01:13:21: Witter meiner Frau ist der typischer Krebs und er ist ein typischer Fisch.

01:13:25: Immer durchschlägeln immer versuchen es recht zu kommen hat dann wieder die andere Phase, was natürlich überhaupt nicht typisch Fisch ist.

01:13:37: Ein Buch von ihm heißt Der Sonnteschabis der Fortsetzung von Toscha Dein Riss und da ist ein Wittmüll drin.

01:13:45: Was die Journalist als München löst, ist ein Sturrohund.

01:13:50: Er hat er selber gewählt für das Buch.

01:13:53: Er war ein Sturerhund, konnte ein Stura-Hund sein.

01:13:57: Also einfach wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann hat er das durchgezogen so... eine rücksichtliche Verluste und eigene Verlüste.

01:14:05: Er war nicht so schlau, siebenundfünfzig wie Gerhard Zwerhren sein bester Freund.

01:14:10: Da wusste er, dass er in den Knast gehen.

01:14:14: Der ist nach dem Westen gegangen und der ist eben nicht nach dem westen gegangen.

01:14:17: oder wollte es ihm hier ausfechten.

01:14:19: eigentlich wieder besseren Wissens also.

01:14:23: er konnte sehr großzügig sein hat unheimlich viel verschenkt und konnte wieder geizig sein durch das Zuchthaus.

01:14:33: Er kam wieder, Strom kostete in der DDR achtfeinigte Kilowattstunde.

01:14:40: Also war billig.

01:14:42: Dann hatten wir ein Grundlöschter im Wohnzimmer Sechs Glühbirnen und schreibt er drei Locker also nur drei, also Funsellicht.

01:14:51: Und dann habe ich ihm gesagt wie Vater das sind im Monat was weiß ich einem Tag siebenundvierzig die da Spaß hat er nicht durchgerechnet, sondern allein diese Sparen.

01:15:04: Also diese Phase ... Diese Sparsamkeit war bis zum Schluss da für sich selbst und großzügig zu anderen.

01:15:13: Ich merke schon mit wenigen Worten es ist schwierig.

01:15:16: Er ist ein stucher Hund!

01:15:17: Das nehmen wir mal mit.

01:15:20: Unsere aktuelle Podcast-Reihe läuft ja unter dem Titel die Kinder der Anderen.

01:15:26: Fühlen Sie sich als so ein Kind der Andere?

01:15:30: Natürlich.

01:15:31: Klar, mein Leben ist natürlich sehr geprägt worden und meine Frau wirft mir heute noch vor, dass ich zu sparsam bin und das Brot nicht wegschmeißer, was eigentlich weggehört.

01:15:43: Also mich haben diese Zeit, wo wenig Geld da war oder danach, wo er da war, habe mich natürlich genauso gepräght.

01:15:50: Ich wäre bestimmt auch ein bisschen anders.

01:15:53: Ich bin ein Kind oder wir sind meine Geschwister ... Mein Bruder hat es mit Sicherheit noch mehr getroffen als mich.

01:16:01: Mich vorzustellen, ein halbes Jahr alt, wo er kommt dann wieder und ist siebene Halbe, da kommt er noch, dass sein Vater ist.

01:16:09: Er war eigentlich viel schlimmer dran noch als ich.

01:16:11: Natürlich, keine Ahnung, klar!

01:16:15: Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses ausführliche Gespräch.

01:16:18: Danke für

01:16:27: Ihre Zeit.

01:16:27: Okay.

01:16:29: die das System in ihren Texten kritisierten, hatten mit Gegenwind und Strafen zu rechnen.

01:16:34: Entweder sie gingen in die innere Immigration oder sie verließen das Land.

01:16:39: Prominente Beispiele sind neben Erich Löst auch Rainer Kunze, Jürgen Fuchs oder Sarah Kirsch

01:16:45: Als unser Gespräch mit Thomas Löst zu Ende war statt der auf und gab uns eben doch ein eingeschweißtes Buch seines Vaters mit nach Hause.

01:16:52: Wir sollen Sie lesen!

01:16:53: Die Bücher sein doch immer aktuell

01:16:55: Stimmt.

01:16:56: Wer mehr über die deutsche Teilung oder die Wiedervereinigung erfahren möchte, dem seien Romane wie durch die Erde ein Riss-, Völkerschlachtdenkmal- oder Nikolajkirche empfohlen.

01:17:05: Das Letzt genannte ist sogar verfilmt

01:17:07: worden.".

01:17:08: Und noch ein Hinweis auf unsere nächste Folge – wir haben mit einer Frau gesprochen, die erst in diesem Jahr erfahren hat, dass ihrer Mutter eine lange Zeit im Jugendwerk Höfen der DDR gelebt hat.

01:17:18: Die wurden auch als Kinderknast bezeichnet!

01:17:21: Ein sehr emotionales Gespräch mit einer Tochter, die erst heute begreift was mit ihrer Mutter gemacht wurde und warum sie ihr Leben lang so war wie sie war.

01:17:32: Dies ist ein Podcast der Stiftung Friedliche Revolution Leipzig.

01:17:36: Er wird von den Journalisten Björn Menzel und Pierre Gehmlich produziert.

01:17:40: Die Stiftungen betreut im Auftrag der Stadt Leipzig das Projekt rund um die Errichtung eines Freiheits- und Einheitsdenkmal.

01:17:46: Die sächsische Staatskanzlei unterstützt diese Podcastfolge mit dem Förderprogramm Sehnsucht nach Freiheit.

01:17:52: Diese Maßnahme wird mit finanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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